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Hilfe, mein Garten trocknet aus! 6 Sofortmaßnahmen für mehr Wasser im Garten

Es ist trocken. Das ist nichts Neues, trifft uns aber seit einigen Jahren persönlich. Was wir im Kleinen hochwirkungsvoll für uns und die Natur tun können, damit wir auch im heißen Sommer und bei Wassermangel in unserem Garten ernten können und er außerdem schön aussieht, ist aus Sicht der Permakultur gar nicht wenig:


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Tipps gegen Trockenheit

1. Wasser sammeln und speichern! Ein Prinzip des Permakulturs-Gründers David Holmgren lautet "sammle und speichere Energie". Dem folgend werde ich diese Woche mein zweites Regenrohr ansägen, eine Regenrohrklappe einbauen und ein zweites Wasserfass aufstellen. Für meine 120qm mit viel extensiver, begrünter und verschatteter Fläche könnte das dann schon reichen. Jedes Dach hat dieses Potential. Die Niederschläge werden immer heftiger, das bietet die Möglichkeit, während des Regens auch mehr Wasser zu sammeln und es damit später zur Verfügung zu haben. Auch Teiche bieten sich an, wenn ein geeigneter Platz zur Verfügung steht. Das bringt uns zum zweiten, damit verknüpften Trick.


2. Halte das Wasser möglichst lange und möglichst großflächig auf deinem Grundstück, um die Möglichkeit der Versickerung an Ort und Stelle zu maximieren. Denn sobald das Wasser punktuell versickert oder gar im Abfluss verschwindet, ist es nicht mehr nutzbar. Ein Teich, Retensionsbecken, Swales (Versickerungsgräben), Schwammbeete oder ein Bach halten das Wasser so lange, das es langsam in den Boden dringt und dabei ein längerfristig feuchteres Mikroklima schaffen kann. Die Pflanzen können es aufnehmen und der Umgebung zur Verfügung stellen. Je dichter und vielfältiger die Bepflanzung, desto besser. Direkt am Wasser wachsen auch Gemüse gut, die viel Wasser benötigen.



3. Pflanze Bäume! (!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!VERDAMMT, lasst uns mehr Bäume pflanzen!!!!!!!!!) Bäume haben zweierlei Vorteil in Bezug auf Wasser. Einen recht Banalen, nämlich den Schattenwurf, der den Boden abkühlt und Verdunstung unter dem Baum verhindert. Und einen "minimal" komplexeren, nämlich den eigenen mikroklimatischen Wasserhaushalt, der einfach unfassbar großartig ist. Ich bin jedes Mal, wenn ich irgendwo detailliert in die Systeme der Natur einsteige, tief berührt und fasziniert und werde demütig. Das hier ist so ein ausgeklügeltes Hammerding: Ein Baum hat mit all seinen Blättern eine sehr große Oberfläche. Über diese sammelt er Wasser. Regen, aber auch Nebel und morgendliche Luftfeuchtigkeit. Regen wird dabei in feine Tröpfchen zerteilt, er kommt nicht hart und mit Erosionskraft unten an. Auch Staub, Pollen und viel anderer schwebender Kleinkram bleibt in den Blättern hängen. Wenn sich genug Wasser gebildet hat, fängt es an zu tropfen und den Stamm hinabzufließen. Dort ist der Boden im besten Falle von Menschen unberührt und hat so eine immense Wasserspeicherfähigkeit, da die herabgefallenen Blätter über dem bereits vorhandenen Humus eine schwammartige Struktur schaffen. Hier kann der Baum selbst das Wasser über sein Wurzelsystem aufnehmen und die darunter wachsende Strauch- und Krautschicht auch. Der Baum selbst gibt das Wasser gereinigt wieder an die Luft ab (Verdunstung über die Blätter), über den Regenwälder reicht diese Menge an Wasser, um Regenwolken zu bilden. Ein toller Kreislauf. Beide Vorteile zusammen sorgen für ein wunderbares, regeneratives Mikroklima und können uns viel Gießarbeit ersparen. Im Übrigen werden die allermeisten unserer Gemüsearten sowieso in den immer heißeren Sommern gerne am und an im Halbschatten stehen und auch für Gewächshaus und Terrasse hat ein Baum, der im Sommer, wenn es kochend heiß ist, Blätter hat und Schatten wirft, im Frühjahr, Herbst und Winter aber ungefiltert Licht durchlässt, nur Vorteile (die Blätter sind eine Ressource, kein Ärgerniss ;)).

4. Halte den Boden bedeckt und erhöhe seine Wasserspeicherkapazität. Joah, das ist ja mit das A und O der Naturgärtnerei - der Boden muss bedeckt sein. Das ist sein natürlicher Zustand (abgesehen von Sand) und so sollten wir ihn schützen. Egal ob eine Dauerbepflanzung (s. auch nächster Tipp), eine gut geplante Kulturfolge mit Zwischensaaten oder Mulch (bitte weder Folie noch Rindenmulch und Steine nur in einem absichtlichen Trockenbiotop), hauptsache zu. Schützt vor direkter Austrocknung, Erosion durch Wind, Sonne, Regen, hält Wasser lange an der Oberfläche, füttert die Kleinst- und Großlebewesen, verhindert das Aufkommen unterwünschter Beikräuter, usw. Ein bedekcter Boden wird nicht umgegraben, die Struktur wird nicht zerstört, der Boden kann mehr Wasser aufnehmen. (Hacken wird auch häufig empfohlen, da die Verdunstungs"kanäle" dabei zerstört werden, das sollte aber nicht die erste Wahl sein und wenn bitte vorsichtig, oberflächlich und ohne den Boden zu wenden!) Pflanzen sind natürlich der Mulch der Wahl. Eine gute Dauerbepflanzung in Form von Wildhecken oder Baumscheiben macht keine Arbeit und hat neben der Bodenpflege viele weitere ökologische, aber auch gärtnerische Vorteile (Windbrecher, Nützlinge gegen Schädlinge, Ertrag, Pflegeerleichterung, ästhetischer Mehrwert...). Auf Beeten können zwischen den Hauptkulturen Zwischenfrüchte oder Gründüngungen gesät werden. Eigentlich gar nicht so schwer.

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So bitte nicht. Fast toter Boden, den Elementen ausgesetzt.

5. Wähle angepasste Pflanzen! Natürlich benötigt Kopfsalat mehr Wasser als z.B. Neuseeländer Spinat. Es gibt viele Pflanzen, egal, ob wir bei den essbaren oder den (oft auch essbaren) Zierpflanzen schauen, die nicht gut mit Klimawechseln klar kommen oder gar mit andauernder Hitze und Trockenheit. Es gibt aber genauso viele Pflanzen, die das super können. Wählen wir da sinnvoll, kann unser Klimagarten lange Episoden ohne Gießen überstehen. Beim Gemüse sind das z.B. Kohl- und Kürbisgewächse, Wurzelgemüse und Hülsenfrüchte. Bei den Kräutern finden wir sehr viele, die wir lieben und die nur mit viel Sonne und Wärme gedeihen. Lavendel, Thymian (Sandthymian als Bodendecker statt Rasen <3), Salbei und viele andere nehmen den trockeneren Sommer dankend an. Klimabäume wie die Paulownia oder die Silberlinde können ebenfalls viel dessen ab, was uns in nächster Zeit erwartet. Und habt Ihr dem Permakultur-Prinzip "gehe kreativ mit Veränderungen um" schon über einen Feigenbaum im Vorgarten nachgedacht? Pfirsich, Mandel, Kiwis, Wein und Chayote sind schon lange keine schwierigen Exoten mehr.


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Feigen im eigenen Garten? Nicht mehr nur im Permakultur-Garten möglich.


6. Richtig Gießen: Wir gießen bitte gezielt, im dicken Strahl, nicht versprenkelt (höhere Verdunstung!) abends direkt an den Wurzelansatz der zu gießenden Pflanzen. Grundsätzlich und gerade jetzt gilt: Lieber einmal viel als mehrfach kleine Mengen. Sonst gewöhnen sich die Pflanzen an die kleinen Wassergaben, bilden statt eines tiefen, starken Wurzelsystems viele kleine, feine Wurzeln an der Oberfläche und wenn die Wassergaben mal ausbleiben, sterben diese schnell ab, was die Pflanze schwächt. Gelernt, selbst nach unten zu suchen, hat sie dann auch nicht, also alles in allem eine schlechte Idee.


Und last, but not least: Berücksichtigst Du dies alles schon in Deiner Gartenplanung als Key-Element Wasserkreislauf in der Gestaltung, wirst Du kaum ein Problem mit zu trockenen Sommern bekommen.

Der Grauwassernutzung, also der Wiederverwendung allen Wassers, das nicht mit Fäkalien verunreinigt ist, müssen wir uns in einem anderen Artikel widmen. Mal gucken, ob ich bis dahin von meiner Gartendusche berichten kann, von der ich träume. Du willst über neue Artikel informiert werden? Trag Dich doch in meinen Newsletter ein :)

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